19-Deutsch-FELDKIRCHE

Lithogravur von Philippe BEILSTEIN, der seine Initialen, seinen Namen und seinen Beruf am unteren Rand des Bildes anbringt : “Ph. Beilstein, agent voyer, 1846”.

Die "Feldkirche" oder "Faldkerich"

Diese Kirche befand sich an der Stelle des heutigen Friedhofs im Norden des Dorfes, zwischen Hoerdt und Weyersheim, etwas abseits auf einem kleinen Hügel, der vor Überschwemmungen geschützt war.

Da sie schon lange vor 1648 existierte und bereits den Namen “Feld-Kirche” trug, wurde sie 1761 wiedererbaut. Ab den Jahren 1686-1693 diente sie gleichzeitig der protestantischen und der katholischen Gemeinde. Sie wurde 1846 wegen Baufälligkeit abgerissen und durch die beiden heutigen Kirchen im Dorf ersetzt (1846 für die protestantische und 1848 für die katholische Kirche).

Die im Museum ausgestellten Engel stammen aus der Feldkirche, ebenso wie die Orgel, die in der katholischen Kirche wieder eingebaut wurde.

Philippe BEILSTEIN schenkt das Gemälde seinem Freund Chrétien ARLEN, dem Bürgermeister von Hoerdt. Philippe BEILSTEIN stammt aus Wissembourg, wo er 1824 geboren wurde. Er war Agent Voyer* im Kanton Brumath, als er 1846 diese Lithografie anfertigte, die höchstwahrscheinlich einige Wochen vor dem Abriss des Kirchengebäudes entstand.

* Agent voyer ist eine Funktion, die einer Person zugeschrieben wird, die mit der Verwaltung des Gemeindeeigentums, der Instandhaltung der Straßen und Wege beauftragt ist. Später wurde diese Funktion in “Agent des Ponts et Chaussées” umgewandelt, der den Zustand der öffentlichen Straßen überwachte.

Eine lokale Besonderheit: Die Bewohner von Hoerdt gehen zum “Kerich’Hoft”.

Im Elsässischen gibt es zwei Wörter, die einen Friedhof bezeichnen: “Kerich’Hoft“ oder ”Gotts-Acker“.

Im “Kerich-Hoft” (Kirchenhof) befinden sich die Gräber um die Kirche herum oder in unmittelbarer Nähe, während sich der Friedhof im “Gotts-Acker” (Gottesacker) meist außerhalb des Dorfes befindet.

Zur Zeit der Feldkirche befand sich der Friedhof also um die Kirche herum (Kerich-Hoft). Nachdem diese 1846 abgerissen wurde behielten die Einwohner diese erste Bezeichnung bei.

Schenkung von Marc BARTH und seiner Familie mütterlicherseits (Stolle-Brendels) rue de la République in Hoerdt