10-Deutsch-DER FASCHING

Auch zahlreiche Musikgruppen nehmen am Umzug teil

DER FASCHING

Eine uralte Tradition

In ganz Europa werden im Januar und Februar volkstümliche Feste gefeiert, die am Faschingsdienstag ihren Höhepunkt finden. Auch im Elsass werden in dieser Zeit zahlreiche überlieferte Bräuche gepflegt.

Die Faschingszeit ist fester Bestandteil des katholischen Kirchenjahres: Sie beginnt am Dreikönigstag (Epiphanie) und endet am ersten Tag der Fastenzeit (Aschermittwoch). Es ist eine Zeit der Vergnügungen und Zerstreuungen. Faschingsdienstag ist der letzte Tag vor Beginn der Fastenzeit, an dem die katholischen Gläubigen Fleisch verzehren dürfen. Ausschweifungen während des Faschings erinnern an die heidnischen Feste der Römer und Germanen, die mit Banketten, Tänzen, Umzügen und Verkleidungen die Rückkehr des Frühlings feierten.

Der Hoerdter Faschingsumzug

Der erste Faschingsumzug fand in Hoerdt im Jahr 1925 statt. Der Umzug im Jahr 1936 ging durch einen Wagen, der den Ozeandampfer “Normandie” darstellte, in die Annalen ein.

In den Folgejahren verlor der Hoerdter Fasching an Bedeutung, um nach dem Zweiten Weltkrieg einen neuen
Aufschwung zu erleben. 1950 veranstalteten einige Freunde spontan einen Umzug, der bereits im darauffolgenden Jahr in großem Stil organisiert wurde. Rund 30 von Pferden gezogene Wagen und zahlreiche Gruppen nahmen daran teil. Die Organisatoren unter der Leitung von René Maechling wurden “Narrenausschuss” (Nàrrecomité) genannt.

Bereits im ersten Jahr wurde für den Faschingsdienstagsumzug die Bezeichnung “Herrenfasnacht”(Herrefasenàcht) geprägt ; die „Bauernfasnacht“ (Bürefàsenàcht) fand am darauffolgenden
Sonntag statt.

Am Rosenmontag (also dem Tag vor Faschingsdienstag) fanden die Hoerdter sich abends im Hause eines Narren zusammen, um Sperrnocht zu feiern ; anschließend verkleideten sie sich und zogen durch die Gasthäuser.

Im Oktober 1996 kündigten die Fasenàchts Nàrre an, der nächste Umzug solle am Sonntag vor Faschingsdienstag stattfinden. Sie fanden, ein Termin außerhalb der Schulferien berge ein zu hohes finanzielles Risiko. Man erwog sogar, den Umzug ganz abzuschaffen – doch dann wurde auf Initiative von René Wolfhugel eine neue Vereinigung gegründet : der Hoerdter Faschingsverein Herrefasenacht.

Seitdem nehmen im Allgemeinen 40 bis 60 Wagen an dem Umzug teil; 1998 war ein Rekordjahr mit über 80 Wagen. Sämtliche Wagen werden von Privatpersonen gebaut. Die Veranstaltung hat ungeheuren Erfolg : In den Schulferien zieht sie fast 20 000 Personen an. Zu dem Umzug haben sich zahlreiche andere Events hinzugesellt, wie der Kostümball, der Seniorenfasching, die Wahl der Faschingskönigin, der Kinderfasching und der Rosenmontagsball.