17-Deutsch-BAUERNHÖFE IN HOERDT

BAUERNHÖFE IN HOERDT

Elsässische Fachwerkhäuser

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Elsass sind seine typischen Fachwerkhäuser. Sie ähneln einander zwar, dennoch ist jedes anders. Unter Wahrung des lokalen Baustils spiegeln sie alle auch den Geschmack ihrer ersten Besitzer wider, z. B. in Bezug auf Lage, Raumaufteilung, Größe, Baustoffe und Schmuckelemente.

In den Gemeinden der Basse-Zorn stehen die Häuser mit dem Giebel zur Straße und setzen sich nach hinten mit L- oder U-förmig angeordneten Wirtschaftsgebäuden fort. Das Holzfachwerk ruht in jedem Stockwerk auf einem oft mit Schnitzereien verzierten waagerechten Balken, dem Riegel. Diese Bauweise kannten bereits die Alten Römer. Ein zentrales Element ist der Eckpfoschte; dieser aus einem einzigen Baumstamm gehauene eckige Pfosten markiert auf der Straßenseite die zum Hof weisende Hausecke. Er symbolisiert die Beständigkeit des Bauernhauses.

Auf dem Eckpfosten wurden verschiedene Inschriften angebracht (Baujahr des Hauses, Name des Hofes, christliche Symbole u. a.). In der Stub, dem Hauptraum des Hauses, ist die Zimmerecke, in der sich der Eckpfosten befindet, mit einem Kreuz oder Andachtsbildern geschmückt: hier befindet sich der sogenannte Herrgottswinkel.

Die Dächer dieser Fachwerkhäuser weisen eine starke Neigung auf (45 bis 65 Grad), damit das Regenwasser leichter abfließen kann. Früher waren sie mit Stroh gedeckt. Die Neigung wurde auch nach 1470 beibehalten, als flache elsässische Dachziegeln – die sogenannten Biberschwänze – allmählich das Stroh ablösten. In Hoerdt stehen die meisten Fachwerkhäuser im historischen Dorfkern, in der Rue de La Wantzenau und auf den Zufahrtsstraßen zur Rathaus-Kreuzung. Die ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Steinhäuser

Ab 1870 wurden die Häuser im Dorf aus Naturund später aus Backstein gebaut. Ihre Fensterrahmungen sind oft aus Buntsandstein, die Eckquader aus behauenem Naturstein oder Ziegeln. Bei manchen Häusern besteht der zweite Stock noch aus Holzfachwerk. Viele Fassaden sind heute mit Geranien geschmückt.

Aufgrund der demografischen Entwicklung wurde das Dorf ab Ende des 19. Jahrhunderts auf der Nord- Süd-Achse und den im Westen gelegenen Straßen Rue de la Tour, Rue des Bouchers und Rue de la Gare erweitert. Damals entstanden Arbeiterhäuser aus Backstein, deren nach hinten angebaute Nebengebäude als Schopf bezeichnet wurden.

Der U-förmige Bauernhof

Auch die neuen Bauernhöfe aus Backstein waren U-förmig angeordnet : In der Mitte befand sich der Hof mit dem Brunnen, gesäumt von Wohnhaus, Scheune, Pferde-, Kuh- und Schweinestall sowie anderen Nebengebäuden.

Der Pferdestall befand sich übrigens immer im vorderen Teil des Hofes, während Kuh- und Schweinestall am
anderen Ende lagen.